Hintergrund
In der Materialforschung an Großforschungseinrichtungen wie dem Forschungszentrum Jülich, DESY oder dem European XFEL entstehen täglich riesige Datenmengen aus hochpräzisen Messungen. Ein fundamentales Problem dabei ist das sogenannte Phasenproblem. Bei Röntgen- und Neutronenstreuung geht die essenzielle Phaseninformation im Detektor verloren. Die Folge ist eine mehrdeutige Interpretierbarkeit der Messdaten, vergleichbar mit der Quadratwurzel aus 4, die sowohl +2 als auch -2 sein kann.
Klassische Analysemethoden basieren auf zeitaufwendigen iterativen Optimierungsverfahren. Für moderne Experimente mit Tausenden von Messungen und dem Wunsch nach Echtzeit-Feedback während der Messung ist dies nicht praktikabel. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt VIPR hat sich zum Ziel gesetzt, diese Herausforderung durch den Einsatz invertierbarer neuronaler Netze grundlegend zu lösen.
Helm & Walter wurde als Industriepartner für Framework-Design und -Entwicklung in das Konsortium aufgenommen, das neben sechs führenden Forschungseinrichtungen auch mit internationalen Partnern wie CERN und Berkeley Lab zusammenarbeitet. Die Herausforderung bestand darin, ein Framework zu schaffen, das sowohl die Komplexität und Mächtigkeit für unterschiedlichste inverse Probleme bietet als auch die Einstiegshürde für Forschende ohne Informatik-Hintergrund so niedrig wie möglich hält.
Ziel des Projektes
Ziel war die Entwicklung eines flexiblen Software-Frameworks für datengetriebene Lösungen inverser Probleme basierend auf invertierbaren neuronalen Netzen. Das Framework soll Forschenden an Großforschungseinrichtungen eine benutzerfreundliche Datenanalyse als Cloud-Anwendung ermöglichen. Eine annähernd in Echtzeit verfügbare Erstanalyse von erhobenen (Sensor-)Daten während laufender Experimente ist dabei das oberste Ziel, dem das Framework in der Praxis genügen soll. Das soll den teuren Einsatz und die begrenzten Ressourcen in diesen Forschungsbereichen deutlich effektiver und effizienter nutzbar machen.





















